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Reisebericht: ein Tag in Venedig

Gepostet in Entdecken und genießen

Venedig – der krönende Abschluss unseres dreitägigen Städtetrips in der Toskana. Seit ich als Kind das Buch „Herr der Diebe“ gelesen habe, steht diese Stadt auf meiner Wunschliste ganz weit oben – dort wird sie als verwunschen, magisch und wunderschön beschrieben, auch wenn die Fassaden an zahlreichen Stellen etwas brökelig sind und der Massentourismus dort sehr stark ausgeprägt ist. Herausragende Gebäude, unzählige Brücken und Kanäle, Statuen, Kirchen und Gondeln…meine Erwartungen an die Stadt waren hoch – und sie wurden nicht enttäuscht! Bereits auf der Fähre vom Festland nach Venedig schloss ich die Stadt in mein Herz.

hinfahrt

Passenderweise war das Wetter vorbildlich schön für Ende Februar; klarer blauer Himmel und Sonnenschein. In Venedig angekommen erwartete uns ein Pier voller Menschen und Souvenirstände. Nicht, dass Venedig ohnehin nicht immer gut besucht ist – es war auch noch der Karnevals-Sonntag, der letzte Tag des Venezianischen Karnevals! Zwischen den Strömen von Touristen befanden sich daher auch viele Venezianer in kunstvollen Kostümen, welche sich fotografieren ließen oder mit Besuchern posierten.

verkleidete_venezianerin

Dies ist nur eine der vielen schönen Gestalten, die wir im Laufe des Tages in der Stadt sichteten. Wir ließen uns mit dem Strom Richtung Zentrum treiben. Die erste Sehenswürdigkeit ließ nicht lange auf sich warten: der Palazzo Ducale, besser bekannt als der Dogenpalast, welcher seit dem 9. Jahrhundert Sitz des Dogen und der Regierung war.

dogenpalast

Ich muss ehrlich sagen, dass wir ihn nicht so beeindruckend fanden, weshalb unser Blick schnell zum Campanile di San Marco weiterschweifte, dem Markusturm.

campanile_di_san_marco

Und damit waren wir auch schon im Zentrum Venedigs angekommen: der Piazza San Marco, dem Markusplatz. Auch die Menschenmassen, die sich auf dem Platz versammelt hatten, konnten uns von der Schönheit des Markusdoms, der Basilica di San Marco, nicht ablenken.

chiesa_di_san_marco

Links daneben befindet sich der Torre dell’Orologio, der Uhrenturm St. Markus, der sich ebenfalls sehen lassen kann.

torre_dell_orologio_markusplatz

Vom Markusplatz setzten wir unseren Weg Richtung Ponte di Rialto fort, der Rialtobrücke. Glücklicherweise ist diese einigermaßen „ausgeschildert“ d.h. man hatte mit weißer Farbe an mehreren Stellen Wegweiser aufgemalt, um den Touristen eine grobe Orientierung zu geben. Wir mussten jedoch schnell feststellen, dass wir nicht die einzigen mit diesem Ziel waren – es war noch ein Stück bis zur Brücke, als die Menschen in einer Gasse nur noch standen; sie hatten sie im wahrsten Sinne des Wortes verstopft. Da uns die vielen Menschen um uns herum mittlerweile ziemlich nervten, schlüpften wir in die nächste Nebengasse – und mieden von da an die großen Straßen, so gut es ging. Stattdessen liefen wir durch das Labyrinth von Nebengassen, Plätzen, Kanälen und Brücken und entdeckten auf diese Weise die Vielfältigkeit Venedigs.

kleiner_kanal_1

Ihr glaubt gar nicht, wie schmal die Gassen sein können!

enge_gasse_venedig_1

Zwischendurch entdeckten wir immer wieder kleine Cafès, in deren Auslagen köstlich aussehende Gebäcke und Biscotti lagen – Italien hat sehr viel mehr zu bieten als nur Pizza und Pasta!

cafe_venedig

Das Sortiment umfasst aber nicht nur süßes Gebäck, Kuchen und Törtchen, sondern auch herzhafte Paninis, Pizzataschen, Teilchen und Co. – wie diese Mini-Quiche mit Eiern, Garnelen und Mürbeteig Boden, die ich mir als Mittagessen schmecken ließ.

mittagessen_garnelen_tarte

2,5 Euro ist hierfür ein moderater Preis – im allgemeinen ist Essen und Trinken in Venedig relativ teuer. Heißer Tipp: Weg von den Touristen-Plätzen! Geht in die Nebengassen und haltet auf kleineren Plätzen Ausschau nach Restaurants und Cafes, wo auch italienische Kunden sind. Da wir schon eine Weile herum gelaufen waren, machten wir auf einem kleinen Steg abseits des Trubels eine Pause, genossen die Sonne und beobachteten das Treiben auf dem Canal Grande und der Ponte di Rialto, über die sich massenweise Touristen schoben. Nein, da wollten wir nicht mehr drüber gehen…

ponte_di_rialto

Anschließend tauchten wir wieder in das Labyrinth der Gassen und Kanäle ein. Immer wieder stießen wir auf schöne Plätze und entdeckten etwas Neues, wie zum Beispiel diese grüne Besonderheit: einen Garten, verborgen hinter einer hohen Mauer und nur von der angrenzenden Brücke aus sichtbar.

garten_venedig

Ein Garten ist doch nichts Besonderes, werdet ihr euch jetzt vielleicht denken – doch in Venedig ist alles ein bisschen anders. Ein Garten ist hier echter Luxus, denn der Platz in der Stadt ist stark begrenzt. Doch es gibt sie; geheime Gärten, an deren Grün sich die Bewohner erfreuen. Neben Cafes, Restaurants und meist teuren Geschäfte gibt es in Venedig natürlich auch zahlreiche Souvenir Läden. Wir konnten nicht widerstehen und kauften uns eine Maske – schließlich war Karneval!

masken

Neben vielen Gassen, Gondeln, Brücken und Kanälen gibt es in Venedig auch besonders eine Art Bauwerk besonders oft: Kirchen! In der Regel können diese kostenlos betreten werden, sofern man angemessene Kleidung trägt (was bei uns durch den Monat Februar kein Problem war). Nicht weit entfernt des Markusplatzes befindet sich beispielsweise die Chiesa di San Moisè, welche sich durch eine reichlich verzierte Fassade auszeichnet.

chiesa_di_san_moise

Nur einen Katzensprung weiter wartete schon die nächste Kirche auf uns: die Chiesa di Santa Maria del Giglio.

chiesa_di_santa_maria_del_giglio_1

Auf unserer Suche nach einer anderen Möglichkeit, den Canal Grande zu überqueren als über die Rialto Brücke, strandeten wir mal wieder an einem schönen Steg, von welchem wir einen tollen Blick zu beiden Seiten des Canal Grande hatten.

maske_mit_gondeln

Auf der gegenüberliegenden Seite entdeckten wir die Chiesa della Salute, welcher wir ebenfalls einen Besuch abstatten wollten.

chiesa_della_salute_von_der_anderen_seite

Bevor wir jedoch das Ufer wechselten, kehrten wir in einem kleinen italienischen Restaurant ein und bestellten eine Pizza. Tipp: Sucht auch hier in den kleineren Gassen und vergleicht die Preise! Achtet auch auf zusätzliche Kosten, welche in der Karte augeschildert sind (z.B. für Besteck). Danach gelangten wir über die Ponte dell‘ Accademia auf die andere Seite des Canal Grande. Die Brücke erwies sich außerdem als guter Aussichtspunkt auf den Kanal.

blick_von_ponte_dell_accademia

Bevor wir jedoch auf den Weg zur Chiesa della Salute machten, holten wir uns ein Gelato und genossen es am Ufer, bevor die Sonne sich endgültig verabschieden konnte. Für zwei Kugeln bezahlten wir 3 Euro, was für Italien in Ordnung ist – und das Eis schmeckte wirklich gut! Ich hatte hier Joghurt und Tiramisu ?

gelato_1

Anschließend liefen wir am Ufer des Canale della Guidecca entlang und erfeuten uns an dem vom Sonnenuntergang eingefärbten Himmel. ?

sonnenuntergang

Die Kanäle und Gassen in diesem Teil Venedings sind kleiner und nicht von Touristen überflutet; hier scheint es etwas ruhiger zuzugehen.

kanal_sudlicher_teil

Wir sahen auch einheimische Kinder und Jugendliche auf den Plätzen, die ihren Sonntag Nachmittag mit einer Runde Fußball verbrachten. Von der äußeren Spitze der Insel, am Kunstmuseum Punta della Dogana, hat man einen wunderbaren Rundum-Blick auf einige Teile Venedigs, besonders zum Bacino di San Marco und der nahen Isola della Guidecca.

auslick_dogana

Wir genossen die Aussicht und machten ein paar Fotos, bis wir zur Basilica della Salute liefen, die wir schon vorher von der anderen Uferseite aus gesehen hatten.

basilica_della_salute_erblickt

Eine wunderschöne Kirche, die wir jedoch leider nicht von Innen anschauen konnten, dass sie schon geschlossen war. Aber allein der Anblick von Außen – majestätisch schön!

basilica_della_salute

Mittlerweile war es dunkel geworden, doch das tat der Schönheit der Stadt keinen Abbruch. Im Gegenteil – durch die Lichter wurden die Kanäle stimmungsvoll beleuchtet, es war ruhig und friedlich in den Gassen und am Canal Grande. Außerdem waren deutlich weniger Menschen unterwegs, als noch vor ein paar Stunden – zumindest in diesem südlichen Teil Venedigs.

nacht_blick_zur_stadt

nachtblick_zur_kirche

Wir machten uns über die Ponte dell‘ Accademia auf den Rückweg zum Markusplatz. Die großen Einkaufsgassen leerten sich allmählich und die Beleuchtung erhellte die Gassen stimmungsvoll (ob dies noch die Weihnachtsbeleuchtung ist?).

beleuchtung_gassen

Bevor wir zu unserer Fähre zurück kehrten, holte ich mir noch diesen Mini-Mandel Kuchen mit einer Marzipan Füllung und Mürbeteig. Im Gegensatz zum deutschen Marzipan war diese Füllung weniger süß, dafür aber mit einem stärkeren Mandelgeschmack – sehr lecker ? Um 20 Uhr legte unsere Fähre im Hafen ab; mit dem Reisebus ging es jetzt zurück nach Deutschland. Es war ein schönes, aber auch anstrengendes Wochenende, voller neuer Eindrücke!

abendessen

Fazit: Venedig ist eine wunderschöne Stadt und hat viel zu bieten. Kirchen, Paläste und andere alte Gebäude, Kanäle, ein Labyrinth aus großen und kleinen Gassen, Gondeln, Geschäfte, Cafes und Restaurants, Museen, Statuen…ein Tag reicht für Venedig bei Weitem nicht, sondern nur für einen ersten Eindruck. Ich werde auf jeden Fall nochmal nach Venedi fahren, dann aber eine Woche, um auch die umliegenden Inseln (z.B. Murano) zu entdecken. Venedig ist meine absolute Empfehlung, die jeder Weltenbummler gesehen haben sollte!

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